Die fliegenden 5 Prozent

Fast wie in Bochum-Hiltrop
Fast wie in Bochum-Hiltrop

Das Leben in Phnom Penh ist trügerisch. Weil fast alles bis auf wenige Abstriche wie in Deutschland ist, wähnt man sich in bekannter Umgebung. Es gibt Supermärkte, Hotels, Kliniken und für uns einen Lebensstandard, der nah an dem heran kommt, was in weniger gut gestellten deutschen Kleinstädten möglich ist.

 

Wenn es nicht so heiß wäre und es keine TukTuks gäbe, man könnte sich in Bochum-Hiltrop wähnen. Nur das es da eben keine fliegenden 1,50 Meter langen Schlangen im Wohnzimmer gibt. Giftig, aber nicht tödlich.

Letzte Woche war ich für zwei Tage in der Provinz Battambang an der Grenze zu Thailand. Es war ein schwieriger Trip, weil das Terrain noch teilweise vermint ist und man sich nur mit großer Vorsicht auf den Pfaden zu den entlegenen Dörfern bewegen kann. Als wir alles gut überstanden hatten und schon wieder auf dem Rückweg nach Phnom Penh waren, meldete ich mich bei Rita. Die schrieb mir per SMS zurück, dass sie im Wohnzimmer gerade auf Schlangenjagd sei.

Der besorgte Gatte bitte um ein Bild für den Blog
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Unser Hausmädchen hatte beim Aufräumen im Wohnzimmer eine "Spielzeugschlange" aufheben wollen, doch die machte sich plötzlich fauchend davon. Srey Ne holte Rita, die den Motofahrer vor der Haustür und der die Sicherheitsleute unserer Vermieterin in der Nachbarschaft. Mit vereinten Kräften war die Schlange dann bald gefunden, aus dem Haus gejagt und leider mit einem Besen erschlagen.

 

Dabei handelt es sich bei der Schmuckbaumnatter um ein echtes Wunder der Natur. Die Schlangen können von Baum zu Baum gleiten und Distanzen bis zu 10 Metern. Noch in der Luft können sich Richtungswechsel vornehmen und sich auf Beute stürzen.

 

Bei den Kambodschaner ist die Schlange als Tokeh-Schlange bekannt. Denn wie mir mehrere Kollegen hier unabhängig voneinander erzählt haben, fangen die Schlangen die große Tokehs (Tokehs haben wir in "Van-der-Waals-Kräfte"-Blogeintrag 16. Oktober 2013 vorgestellt) um ihnen lebendig die Leber aus dem Körper zu reißen. Angeblich überleben das die Tokeh sogar. In Kambodscha sagt man, die beiden Tiere sein befreundet, weil die Schlange dem Tokeh das Leben rettet wenn die Leber zu groß oder entzündet ist.

 

Was es auch immer für schöne Geschichten gibt, wir achten jetzt penibel darauf die Türen geschlossen zu halten und haben die Nummer der örtlichen Schlangenklinik im Telefon eingespeichert.

"Für eine gute und gerechte Sache ist der Einsatz des eigenen Lebens der angemessene Preis." Julius Leber
"Für eine gute und gerechte Sache ist der Einsatz des eigenen Lebens der angemessene Preis." Julius Leber

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Kommentare: 1
  • #1

    Monika (Montag, 09 Juni 2014 20:37)

    Ich möchte gerne noch die Geschichte "Der Fall von der Leiter" und dem umgeknickten Fuß zu Ende hören. Was macht der Fuß?