Spielzeugfreier Kindergarten

Eine Ritterburg
Eine Ritterburg

Da der Kindergartenmarkt in Deutschland entgegen der allgemeinen Wahrnehmung zunehmend umkämpft ist, müssen sich die Träger immer neue Volten einfallen lassen die Gunst der interessierten Elternschaft zu gewinnen.

 

Sicherlich, ein Paradox, in fast jeder Großstadt geht das Gerenne um einen Platz in der Kita schon beinah vor der Geburt los, dennoch macht sich in der Fläche zunehmend die Sorge breit mit dem Geburtenrückgang noch die eigenen Gruppen voll zu bekommen.

Somit blüht jede Idee auf, die irgendwie vielversprechend den besorgten Eltern besondere pädagogische Kompetenz suggeriert. Ob es nun einen besonders hohen Sport/Bewegungsanteil gibt, viel darstellendes Spiel, Fremdsprachen, Vorschulkonzepte etc. alles wird probiert. So bin ich auch in meiner Zeit im Kirchenkreis Lübeck mit dem Konzept "Spielzeugfreier Kindergarten" in Berührung gekommen.

 

Die Idee ist, keine Spielzeuge im herkömmlichen Sinne für die Kinder bereit zu stellen. Lieber lässt man die Kleinen ihr eigenes Spielzeug basteln. Tücher, Kartons, Decken, Holzbretter - alles was so einem in die Hände fällt wird genutzt.

 

Ich muss daran in letzter Zeit oft denken. Denn erstens gibt es in Länder wie Kambodscha praktisch nur spielzeugfreie Kindergärten - streng genommen haben die meisten Kinder auf dem Land überhaupt noch nie Kontakt zu Spielzeug gehabt - und zweitens setzt sich das in abgewandelter Form auch in unserem kleinen Haushalt durch.

 

Denn mit nur sechs Koffern auswandern bedeutet ja sich aufs wesentliche zu reduzieren. Während die Kinder früher 30 Spielzeugautos, 50 Kinderbücher und 15 Brettspiele lieblos rumliegen ließen, hat sich nun eine gewisse Wertschätzung für die mitgenommenen 5 Autos, 10 Bücher und 2 Brettspiele eingestellt.

 

Dank Rita kommt immer mal wieder was hinzu, was man halt so aus den Materialien um uns herum basteln kann.