Garagenschlafzimmer

Tagsüber Büro, Abends Garage
Tagsüber Büro, Abends Garage

Ich bin ja nun weder Architekt noch Städteplaner, aber auch mir als Laien fallen hin und wieder ein paar Besonderheiten in der kambodschanischen Baukunst auf.

 

So brachte eine besonders angespannte Sicherheitslage in der achtziger und neunziger Jahre einen Wohnhybrid zum Vorschein, der noch in vielen Teilen der Stadt sichtbar ist. Weil in den Jahren die Klein- und Diebstahlkriminalität enorm hoch war und die Menschen außerhalb ihrer eigenen vier Wänden kaum Schutz fanden, wollte man möglichst nichts über Nacht vor der Tür lassen.

Mit zunehmenden Wohlstand konnten sich jedoch mehr und mehr Familien ein Auto leisten, das es nun ebenfalls unbedingt zu sichern galt.

 

Für die reichen Kambodschaner die mit Villen und Gärten bzw. eigenen Höfen ausgestattet und meist von einer Armada von Sicherheitspersonal bewacht waren gab es kein Problem. Aber für die allmählich sich bildende Mittelschicht von Ladeninhabern, Regierungsangestellten oder Geschäftsleuten gebot sich der Schutz schwieriger.

 

Doch wie bei jedem Problem fand sich auch hier eine vielleicht typisch kambodschanische Lösung. Die Häuser wurden so (um-)gebaut, dass sich ebenerdig, wo sich in der Regel der eigene Laden oder das Wohnzimmer befand, über Nacht auch Platz für das Gefährt bat. Das hat zwar zur Folge, dass man dann eigentlich kaum noch aus dem Gebäude raus oder rein kommt, aber dafür ist halt der goldene Toyota Camry in Sicherheit.

 

Wer wie die TukTuk Fahrer nicht das Geld hat um überhaupt ein Haus oder eine ebenerdige Wohnung zu besitzen, der praktiziert seit über 30 Jahren die simpelste Lösung. Eine einfache Hängematte reicht und schon ist die Passagierkabine in einen gemütlichen Schlafort umgewandelt. Dann schläft man so lange, bis der erste Kunde ein wieder weckt.

Für die etwas größeren Wohnzimmer
Für die etwas größeren Wohnzimmer

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